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Für die Eiligen: Die 10 wichtigsten Tipps zur MPU als PDF:

Auslandsführerschein

Der Auslandsführerschein war in den vergangenen Jahren stets sehr beliebt. Denn er schützte die Autofahrer von 2004 bis 2009 vor der MPU. Diese war und ist schwer gefürchtet, da viele Autofahrer auch durchfallen. Doch wieso konnte der Auslandsführerschein vor der MPU schützen? Die Frage ist schnell geklärt, betrachtet man sich einmal das bekannte „Kapperurteil". Es besagte, dass ein Führerschein, der innerhalb der EU ausgestellt wurde, auch überall in der EU anerkannt werden muss. Kurze Zeit später machten sich das zahlreiche Verkehrssünder zunutze. Sie fuhren ins benachbarte Ausland und entschieden sich für den Erwerb des Auslandsführerscheins.

In Deutschland konnten sie fortan mit diesem Führerschein fahren, auch wenn ihnen hierzulande die Fahrerlaubnis entzogen und eine MPU angeordnet wurde. Aufgrund der zahlreichen Fälle wurden auch die deutschen Behörden aufmerksam und kritisierten das Urteil des Europäischen Gerichtshofs immer häufiger. Im Jahr 2006 wurden ihre Kritiken erhört, der Europäische Gerichtshof hatte erneut zum Thema Auslandsführerschein zu entscheiden. Dabei wurde so entschieden, dass der EU Führerschein in der EU anerkannt werden musste. Es gab jedoch Ausnahmen. Diese galten, wenn die Autofahrer keinen Bezug zum ausstellenden Land, wie einen Wohnsitz, hatten. Dann war klar, dass der Auslandsführerschein lediglich erworben wurde, um die deutsche MPU zu umgehen.

Das Urteil wurde sogar in der dritten und vierten Führerscheinrichtlinie verankert, die jeweils 2006 und 2009 beschlossen wurden. Seitdem kann ein Auslandsführerschein in Deutschland aberkannt werden, sollte hierzulande eine MPU angeordnet worden sein. Es kann sogar soweit gehen, dass der Fahrer wegen Fahrens ohne Führerschein angezeigt wird.